New York (dapd). Mit Gruselkostümen, Musik und Tänzen haben tausende Menschen in New York die traditionelle Halloween-Parade gefeiert. Dem Marsch schlossen sich am Montagabend auch etwa 200 Demonstranten der Bewegung “Occupy Wall Street” an. Sie trugen Plakate mit Aufschriften wie “Stoppt die Vampir-Wirtschaft” bei sich.© 2011 AP. All rights reserved
Schäuble: Fehlbuchung bei Pleitebank HRE war “Missverständnis”
Die milliardenschwere Fehlbuchung bei der verstaatlichten Bank Hypo Real Estate (HRE) war nach Angaben von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ein “Missverständnis”. Hintergrund der Panne sei, dass bei der Übertragung von Buchungsdaten von der HRE an deren “Bad Bank”, die FMS Wertmanagement, Aktiva und Passiva nicht wie erforderlich saldiert worden seien, sagte Schäuble am Mittwoch in Berlin. “Die HRE dachte, das würde die FMS machen, bei der FMS wurde davon ausgegangen, dass die gelieferten Zahlen saldiert seien”, erläuterte der Minister nach einem Gespräch mit Bankmanagern und Wirtschaftsprüfern. Er sprach von einem “ärgerlichen Fehler”.
Maschinenbauer GEA steigert Umsatz und Gewinn
Düsseldorf (dapd). Der Düsseldorfer Maschinenbauer GEA hat mit seinem Wachstumskurs die Erwartungen im dritten Quartal übertroffen. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 24,2 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Die operative Marge lag bei über zehn Prozent, so dass auch der Gewinn mit 85,9 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch war wie noch vor einem Jahr.”Aussagen zur zukünftigen Entwicklung der Weltwirtschaft sind schwieriger geworden, trotzdem bestätigen wir den im zweiten Quartal gegebenen Ausblick für das Geschäftsjahr 2011″, sagte Jürg Oleas, Vorstandsvorsitzender der GEA Group.dapd
Deutsche Unternehmen greifen vergleichsweise selten zu Schmiergeld
Berlin (dapd). Deutsche Unternehmen greifen in ihrem Auslandsgeschäft vergleichsweise selten zum Mittel der Bestechung. Das geht aus einer internationalen Erhebung der Antikorruptionsorganisation Transparency International hervor, die am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde. Deutschland steht wie im vorangegangenen Bestechungszahlerindex aus dem Jahr 2008 auf Platz 4 von 28 Industrieländern. Transparency begrüßte die Gesetzespläne der Bundesregierung, die Geldwäsche stärker zu bekämpfen, mahnte aber eine Einbeziehung der Steuerhinterziehung an.Platz eins der Liste teilen sich die Niederlande und die Schweiz mit jeweils 8,8 von 10 Punkten. Ihnen folgen Belgien und Deutschland. Andere große EU-Länder kommen erst später: Großbritannien auf Platz acht, Frankreich und Spanien gemeinsam auf elf. Unter den europäischen Ländern ist Italien mit Platz 15 Schlusslicht: Die Bereitschaft, im Ausland zu bestechen, ist bei italienischen Unternehmen im Kreis der Europäer offenbar am stärksten ausgeprägt.Gegenüber 2008 unverändert landen Mexiko, China und Russland auf den letzten Plätzen (26 bis 28) der Vergleichsliste von Transparency. Der Bestechungszahlerindex (Bribe Payers Index, BPI) erfasst die Bereitschaft von Unternehmen der führenden Volkswirtschaften, im Ausland zu bestechen. 2011 wurden dazu 3.016 Führungskräfte im Zeitraum von 5. Mai bis 8. Juli befragt. Der BPI ergänzt den Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency, der Bestechung im öffentlichen Bereich, also von Beamten und Politikern, in den Fokus nimmt.Die Vorsitzende der deutschen Sektion von Transparency International, Edda Müller, nannte es einer Mitteilung zufolge eine gute Nachricht, “dass die deutsche Wirtschaft trotz einer vergleichsweise geringen Korruptionsbereitschaft im Ausland erfolgreich ist”. Sie bemängelte allerdings, dass Deutschland nach wie vor nicht in vollem Umfang die internationalen Standards der Geldwäschebekämpfung erfülle. Lücken in der deutschen Gesetzgebung seien bereits von der EU und der OECD aufgezeigt worden. Als “wichtigen Schritt in die richtige Richtung” wertete sie die geplante Novelle des Geldwäschegesetzes. Damit solle unter anderem der Nicht-Finanzsektor, also Rechtsanwälte, Notare, Immobilienmakler und Spielbanken, stärker in die Pflicht genommen werden.Transparency geht dies aber noch nicht weit genug: Einfache Steuerhinterziehung müsse in den Katalog der Vortaten der Anti-Geldwäsche-Gesetze aufgenommen werden. “Denn jeder Bestochene muss immer auch seine ‘Einkünfte aus Bestechlichkeit’ vor der Einkommenssteuer verbergen”, sagte Müller.(Der Originalbericht auf Englisch: http://url.dapd.de/ucN8dV )dapd
Weniger Arbeitslose im Oktober dank Herbstbelebung
Nürnberg/Berlin (dapd). Trotz Euro-Schuldenkrise und befürchteter Rezession hat sich der Arbeitsmarkt in Oktober weiter entspannt. Im Zuge der anhaltenden Herbstbelebung waren mit 2,737 Millionen Menschen um 59.000 weniger arbeitslos gemeldet als vor einem Monat und um 204.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,1 Punkte auf 6,5 Prozent.Der BA-Vorstandsvorsitzende Frank-Jürgen Weise sprach von einer “immer noch guten” Entwicklung, auch wenn die Abnahme im Oktober wegen des unerwartet starken Rückgangs im September geringer als sonst ausgefallen sei. Die Beschäftigung sei in allen Bundesländern und in fast allen Branchen gewachsen.Vollzeitstellen entstanden vor allem im verarbeitenden Gewerbe, in den wirtschaftlichen Dienstleistungen und in der Zeitarbeit. In den Bereichen Gesundheit, Soziales und Handel wurden dagegen überwiegend Teilzeitstellen geschaffen. Händeringend gesucht würden Fachkräfte in der Metall- und Logistikindustrie, im Maschinenbau und im Gesundheitswesen, sagte Weise.Die sogenannte Unterbeschäftigung, zu der unter anderem Teilnehmer in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen zählen, betrug im Oktober 3,88 Millionen, nach 3,93 Millionen im Vormonat.Insgesamt bezogen im Oktober 709.000 Menschen Arbeitslosengeld I und knapp 4,5 Millionen Menschen Arbeitslosengeld II, auch Hartz IV genannt. Davon waren laut BA 1,96 Millionen arbeitslos gemeldet. Der Rest der Hartz-IV-Empfänger gilt nicht als arbeitslos, weil diese Personen entweder Kinder betreuen, Pflegebedürftige versorgen, erwerbstätig sind oder eine Ausbildung machen.Saisonbereinigt nahm die Arbeitslosigkeit erstmals seit Februar 2010 wieder zu, und zwar um 10.000. Eine Trendwende zum Schlechteren als Folge der Eurokrise sieht der BA-Chef aber darin noch nicht. Von einem Kippen des Arbeitsmarkts könne erst gesprochen werden, wenn die Arbeitslosigkeit drei Monate in Folge steige und gleichzeitig die Beschäftigung und die Zahl der offenen Stellen sinke.”Unsere Vorschau über die Agenturen lässt das für die nächsten zwei, drei Monate nicht erkennen”, sagte Weise. Die meisten der befragten Agenturen erklärten, dass die Unternehmen weiter Personal einstellten und keine größeren Entlassungen planten. Nur drei Prozent berichteten, die von ihnen befragten Betriebe rechneten mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage.Für das kommende Jahr ist die Bundesagentur weiter zuversichtlich. Die wirtschaftliche Dynamik werde zwar nachlassen, die Arbeitslosigkeit sollte aber weiter sinken. Eine Verschlechterung am Arbeitsmarkt sei nur zu erwarten, wenn sich die Euro-Schuldenkrise deutlich zuspitze.Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bezeichnete den Arbeitsmarkt als “stabile Bank”, mahnte aber angesichts der gesamtwirtschaftlichen Risiken zur Vorsicht. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) erklärte, die Fortschritte am Arbeitsmarkt würden kleiner, die ruhigere Wirtschaftsentwicklung mache sich bemerkbar.Um den Arbeitsmarkt auf die konjunkturelle Eintrübung vorzubereiten, forderte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) präventive Maßnahmen. Die bewährten Instrumente der letzten Krise wie die erweiterten Regeln für das Kurzarbeitergeld und ausgebaute Qualifizierungsmaßnahmen müssten verlängert oder wieder aufgelegt werden, sagte DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki.Der SPD-Bundestagsfraktionsvize Hubertus Heil sprach sich erneut für einen gesetzlichen Mindestlohn aus. “Jetzt sind konkrete Maßnahmen gefragt, die sicherstellen, dass Menschen, die Vollzeit arbeiten, auch von ihrer Arbeit leben können”, sagte er.dapd
US-Regierung wirft China und Russland offen Onlinespionage vor
Die US-Regierung wirft China und Russland Hackerangriffe auf zahlreiche Einrichtungen des Landes vor. Beide Staaten versuchten, Handels-, Technologie und Militärinformationen auszuspähen, hieß es in einem am Donnerstag (Ortszeit) in Washington veröffentlichten Bericht. Seit dem Jahr 2009 wurden demnach viele Behörden, Privatunternehmen, Universitäten und weitere Einrichtungen, die über große Mengen sensibler Wirtschaftsdaten verfügen, angegriffen. Die genauen Urheber der Cyber-Attacken könnten jedoch meist nicht ausgemacht werden, hieß es in dem Bericht der US-Spionageabwehr.
Regensburg (ots) – Das Ergebnis der Seehoferschen Kabinettsrochade ist respektabel, der große Wurf ist ihm damit aber nicht geglückt. Ob er mit seiner neuen Mannschaft das Ruder für die CSU rechtzeitig vor der Wahl 2013 herumreißen kann, hängt stark davon ab, wie rasch und gut Finanzminister Markus Söder sein Schlüsselressort in den Griff bekommt. Mit ihm steht und fällt die Reputation der Partei in den Kreisen der Wirtschaft. Das Risiko einer Bauchlandung ist allerdings gering. Die ehrgeizige fränkische Allzweckwaffe der CSU wird sich fehlendes Wissen in Rekordgeschwindigkeit aneigenen – schließlich strebt Söder nach Höherem. Das Finanzministerium ist in seiner Karriereplanung nur ein Zwischenschritt. Zu den eindeutigen Gewinnern in Seehofers Kabinett zählt der neue Umweltminister Marcel Huber. In ihm erwächst Söder ein sanfter, aber ernst zu nehmender Gegenspieler. Huber hat nun die Chance, öffentlich weit stärker in Erscheinung zu treten, als bisher als Chef der Staatskanzlei. Treibt er die Energiewende in Bayern erfolgreich voran, wird er zum wichtigen Faktor im Machtgefüge der CSU. Seine ausgleichende Art kann bei Widerständen gegen Windkraft oder Solarenergie von Vorteil sein. Nur in Sachen Eigenvermarktung hat Huber Nachholbedarf. Ein bisschen mehr Ellbogen braucht es dann doch. Eine gutes Händchen beweist Seehofer bei der Wahl seines neuen Staatskanzleichefs. Der frühere Richter Thomas Kreuzer hat bei der Aufklärung des Debakels um die Landesbank als Vorsitzender des Untersuchungsausschusses im Landtag unerschütterliche Ruhe bewiesen und über Fraktionsgrenzen hinweg Respekt erworben. Als früherer CSU-Fraktionsvize im Landtag ist er gut vernetzt, hat enge Kontakte zum Koalitionspartner FDP. All das zählt in der Staatskanzlei. Die Ernennung zum Kultusstaatssekretär im Frühjahr war Verlegenheitslösung. Dort konnte er seine Talente nur eingeschränkt ausspielen. Kreuzers Wechsel macht als schönen Nebeneffekt den Platz frei für das Comeback von Bernd Sibler: 2008 war er der Koalitionsbildung mit der FDP zum Opfer gefallen. Die CSU hatte unerwartet weniger Posten zu verteilen. Silbler meckerte nicht groß, sondern packte weiter an – unter anderem als Vorsitzender des Landtagsausschusses für Hochschule, Forschung und Kultur. Dafür wird er nun belohnt. Die Kabinettsumbildung ist vollzogen. Zur Ruhe kommt die CSU damit aber nicht. Egal, wie häufig Parteichef Seehofer das zügige Verfahren betont: Die Verhandlungen samt öffentlicher Begleitmusik hinterlassen einen chaotischen Eindruck. Trotz allen Seehofer-Lobes: Sozialministerin Christine Haderthauer, die für höhere Weihen gehandelt wurde, bleibt beschädigt zurück. Trotz aller Demonstration von Gemeinsamkeiten: In der CSU-Landtagsfraktion gärt neuer Unmut über Fraktionschef Georg Schmid – er habe sich zu wenig für Nachwuchskräfte aus der Fraktion stark gemacht. Auch die Oberpfälzer CSU-Bezirksvorsitzende und bayerische Europaministerin Emilia Müller gerät unversehens zwischen die Fronten: Parteifreunde werfen ihr vor, sie habe nicht ihren Einfluss geltend gemacht, um die Oberpfälzer Karte zu spielen. Für Seehofer ist es das übliche Hickhack rund um Kabinettsumbildungen. Tatsächlich aber verstärkt die Rochade nach dem Fahrenschon-Abgang Missstimmungen, die schon lange im Verborgenen schwelen.
Originaltext: Mittelbayerische Zeitung Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/62544 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_62544.rss2
Pressekontakt: Mittelbayerische Zeitung Redaktion Telefon: +49 941 / 207 6023 nachrichten@mittelbayerische.de
Bill Gates nimmt G20-Führungskräfte in die Pflicht, den Armen unserer Welt nicht den Rücken zu kehren
Cannes, Frankreich, November 3 (ots/PRNewswire) -
– Bericht unterstreicht die Bedeutung von Innovationen zur Verbesserung von Entwicklungsressourcen in der Zukunft
In einem Bericht zum Thema Finanzierung von Entwicklungsprojekten rief Bill Gates, der stellvertretende Vorsitzende der Bill & Melinda Gates-Stiftung, Führungskräfte auf dem G20-Gipfel dazu auf, sich für eine Vergrösserung des Ressourcenpools für Entwicklungsprojekte einzusetzen. Andernfalls könne die Existenzgrundlage von Millionen der ärmsten Menschen unserer Welt irreparable Schäden nehmen. Der Grundgedanke hinter diesen Empfehlungen beruht auf der Idee, dass Innovationen die Tragweite von Entwicklungsressourcen vervielfachen können.
Der Gates-Bericht “Innovation with Impact: Financing 21st Century Development” (z. Dt: Wirkungsvolle Innovationen: Die Finanzierung der Entwicklungshilfe im 21. Jahrhundert) wurde den Staats- und Regierungschefs in Cannes (Frankreich) vorgelegt, nachdem der G20-Vorsitzende und französische Präsident Nicolas Sarkozy persönlich darum gebeten hatte.
“Führungskompetenz zu demonstrieren ist für die G20 von entscheidender Bedeutung, insbesondere in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit. Auf den beispiellosen Fortschritten im Gesundheitswesen und der Entwicklungshilfe, die im vergangenen Jahrzehnt erzielt wurden, müssen wir weiter aufbauen”, so Gates. “In den kommenden Jahrzehnten müssen wir noch grössere Fortschritte erzielen, um die Lebensumstände der ärmsten Menschen der Welt weiter verbessern zu können.”
In seinem Bericht unterstrich Gates die Notwendigkeit für reiche Länder, sich weiter selbstlos zu zeigen und ihren Zusagen in der Entwicklungshilfe nachzukommen. Diese würden im Allgemeinen etwa ein bis zwei Prozent des gesamten Budgets einer Regierung ausmachen. Gleichzeitig müsse jedoch sichergestellt werden, dass Hilfsmittel auch effektiv eingesetzt werden, insbesondere im Gesundheitswesen und der Agrarindustrie.
“Wenn die Länder ihre gemachten Versprechen auch einhalten, wird dies ab 2015 für zusätzliche Mittel im Umfang von 80 Milliarden USD jährlich sorgen”, ergänzte Gates. “Gut durchdachte Entwicklungshilfe kann jetzt und hier zum Kampf gegen die Armut beitragen und den Fortschritt in armen Ländern beschleunigen – bis zu dem Punkt, an dem keine weitere Entwicklungshilfe mehr nötig ist.”
Ausser über die Verantwortlichkeit der reichen Länder sprach Gates auch über die Rolle von aufstrebenden Wirtschaftsräumen, die im Hinblick auf weitere Fortschritte in der Entwicklungshilfe innerhalb der G20 eine immer grössere Rolle spielen. In seinem Bericht macht er gezielte Vorschläge, um den Austausch von Innovationen innerhalb dieser Länder zu beschleunigen – insbesondere im Gesundheitswesen und der Agrarindustrie wie beispielsweise in Bezug auf Impfstoffe und Saatgut. Nur so werden sich die Lebensumstände der armen Menschen in Afrika und anderswo irgendwann ändern.
“Im vergangenen Jahrzehnt wurden Länder wie China, Brasilien, Mexiko, Indonesien und die Türkei Zeuge von steigenden Wachstumsraten und rasant fallenden Armutsraten. Dies zeigt beispielhaft, was wir gemeinsam bewegen und erreichen können”, so Gates.
Ausserdem bemerkte er, dass diese Länder dank ihrer kürzlich gesammelten Erfahrungen im Kampf gegen die Armut und aufgrund ihrer enormen technischen Kapazität einzigartige Einblicke und Fähigkeiten mitbringen würden, die man zur Ausarbeitung bahnbrechender neuer Verfahren für die Entwicklungshilfe nutzen könne.
“Die Möglichkeit einer ‘Dreiecksbeziehung’ zwischen rasant wachsenden Schwellenländern, den traditionellen Geberländern und wirklich armen Ländern fasziniert mich, weil sie dazu beitragen kann, die komparativen Vorteile verschiedener Länder gezielt zu nutzen”, erklärte Gates in seinem Bericht.
In der vergangenen Woche kündigte die Gates-Stiftung zwei neue Partnerschaften an. Zunächst wurde eine erste Partnerschaft mit Brasilien zum Austausch von Fachwissen in den Bereichen Agrarwirtschaft, Familiengesundheit und Impfstoffe mit afrikanischen Ländern eingegangen. Hinzu kommt eine weitere Partnerschaft mit dem chinesischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie sowie mit chinesischen Unternehmen, wobei Unterstützungsleistungen für innovative Forschung und Entwicklung und die Herstellung neuer Produkte für das globale Gesundheitswesen und die Agrarwirtschaft im Mittelpunkt stehen.
Ausserdem enthält der Gates-Bericht Einzelheiten zu einer Partnerschaft zwischen Brasilien, Japan und Mosambik. In diesem Rahmen soll Mosambik beim Anbau von Sojabohnen, Reis und sonstigen Kulturpflanzen in Mosambiks Savanne geholfen werden. Klima und Bodenverhältnisse ähneln den örtlichen Gegebenheiten in Brasiliens “Cerrado”. Japan unterstützt Mosambik bei der Modernisierung seiner Infrastruktur.
Gates betont ausdrücklich, dass in zahlreichen armen Ländern erhebliche Wachstumswerte verzeichnet wurden, darunter auch in Schwarzafrika.
“Die inländischen Ressourcen von Entwicklungsländern werden letztlich die grösste Finanzierungsquelle für Entwicklungsprojekte sein”, so Gates, der der G20 gezielte Massnahmen empfiehlt, um arme Länder bei der Maximierung ihrer eigenen Ressourcen und somit im Kampf gegen die Armut zu unterstützen.
Zu den angesprochenen Ideen zählt beispielsweise die gezielte Ausrichtung der Auslandshilfe, um Entwicklungsländer bei der Erzielung von Steuerumsätzen zu unterstützen. Auf Grundlage des derzeitigen BIP könnten sich aus dieser Massnahme etwa 20 Milliarden USD jährlich ergeben. Hinzu kommen erhöhte Anforderungen bezüglich der Transparenz für Bergbau- und Erdölunternehmen. Gates ruft arme Länder dazu auf, ihre Ressourcen prioritär zuzuteilen und sie zur gezielten Förderung von armen Menschen, dem Gesundheitswesen und der Agrarwirtschaft zu nutzen. Afrikanische Staatsoberhäupter forderte er dazu auf, ihren Versprechungen in der Erklärung von Abuja folge zu leisten und mindestens 15 Prozent ihrer Staatsbudgets zur Verbesserung des Gesundheitswesens einzusetzen. Die Erklärung von Maputo, derzufolge 10 Prozent des Staatsbudgets in die Agrarwirtschaft fliessen sollen, sei ebenfalls einzuhalten.
Der für die Führungskräfte der G20 bestimmte Bericht ruft ausserdem zur Umsetzung innovativer Verfahren auf, mit deren Hilfe Finanzmittel aus dem privaten Sektor beschafft werden können. Dabei soll das Wachstum im privaten Sektor gezielt gefördert werden, um auf diese Weise Mittel für Entwicklungszwecke zu beschaffen. Zu den gemachten Empfehlungen zählt beispielsweise die Nutzung staatlicher Investitionsfonds für Infrastrukturinvestitionen in armen Ländern, die Beibehaltung niedriger Überweisungs- und Transaktionskosten in Diasporagemeinschaften sowie die Nutzung von bestimmten Pull-Mechanismen in der Agrarwirtschaft, um Innovationen im Bereich der Landwirtschaftstechnologie zu fördern.
In seinem Bericht bestimmt Gates ausserdem neue Finanzierungsströme auf Grundlage eines prozentualen Anteils an der Finanztransaktionssteuer, am Solidarbeitrag aus der Tabaksteuer sowie an den Steuern für Luftfahrt- und Bunkerkraftstoffe. Diese sollen zukünftig zur Finanzierung der Entwicklungshilfe und im Kampf gegen den Klimawechsel eingesetzt werden.
“Dank ihrer Vielfalt und Dynamik ist die G20 eine wegweisende Institution, die Ressourcen, innovative Ideen und Führungskompetenz vereint und in der neuen Welt der Entwicklungshilfe eine noch grössere Wirkung erzielen kann”, so Gates. “Sollte die G20 diese Herausforderung meistern, bin ich davon überzeugt, dass wir die Wirtschaftskrise nicht nur überstehen werden, sondern gleichzeitig viele Millionen Menschenleben retten und viele weitere Millionen Menschen aus der Armutsfalle befreien können.”
Der vollständige Bericht kann hier abgerufen werden: http://www.thegatesnotes.com/G20
Ein Nachrichtenpaket mit Multimediainhalten, inklusive Videoaufnahmen von Herrn Gates, finden Sie hier: Pressewelt der Gates-Stiftung [http://www.gatesfoundation.org/press-room/Pages/news-market.aspx ]
Bill & Melinda Gates-Stiftung
Geleitet von der Überzeugung, dass alle Menschen gleich wertvoll sind, setzt sich die Bill & Melinda Gates-Stiftung dafür ein, dass alle Menschen gesund und produktiv leben können. In Entwicklungsländern konzentriert sie sich auf die Verbesserung der Gesundheit der Menschen und bietet ihnen eine Chance, sich selbst aus dem Teufelskreis von Hunger und extremster Armut zu befreien. In den Vereinigten Staaten versucht sie dafür zu sorgen, dass alle Menschen – insbesondere jene mit den geringsten Möglichkeiten – die gleichen Voraussetzungen haben, um in der Schule und im Leben erfolgreich sein zu können. Die Stiftung hat ihren Sitz in Seattle im US-Bundesstaat Washington und wird von CEO Jeff Raikes sowie dem Ko-Vorsitzenden William H. Gates Sr. unter der Leitung von Bill und Melinda Gates sowie Warren Buffett geführt.
Originaltext: Bill & Melinda Gates Foundation Digitale Medienmappe: http://www.presseportal.ch/de/pm/100005892 Medienmappe via RSS : http://www.presseportal.ch/de/rss/pm_100005892.rss2
Pressekontakt: Bill & Melinda Gates Foundation, +1-206-709-3400, media@gatesfoundation.org
Ratten-Engpass für Kambodschas Exportwirtschaft nach Überschwemmung
Nach schweren Überschwemmungen klagt die kambodschanische Exportwirtschaft über einen Ratten-Engpass. Es gebe einen Mangel an Ratten für den Export, weil die Nagetiere in den Fluten umgekommen seien, sagte Ministerpräsident Hun Sen am Mittwoch. Kambodscha exportiert demnach jährlich rund 17 Tonnen Ratten in das benachbarte Vietnam. Rattenfleisch gilt in Vietnam als billige Delikatesse, das Land importiert die Tiere lebend aus Dörfern in der kambodschanischen Grenzregion.
Herbstbelebung lässt Arbeitslosigkeit im Oktober weiter schrumpfen
Nürnberg/Berlin (dapd). Ungeachtet der Euro-Schuldenkrise und der Angst vor einer Rezession hat sich der Arbeitsmarkt in Oktober weiter entspannt. Mit 2,737 Millionen Menschen waren 59.000 weniger arbeitslos gemeldet als vor einem Monat und 204.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,1 Punkte auf 6,5 Prozent.Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bezeichnete den Arbeitsmarkt als “stabile Bank”, mahnte aber angesichts der gesamtwirtschaftlichen Risiken zur Vorsicht.Der BA-Vorstandsvorsitzende Frank-Jürgen Weise sprach von einer “immer noch guten” Entwicklung im Zuge der anhaltenden Herbstbelebung, auch wenn die Abnahme im Oktober wegen des unerwartet starken Rückgangs im September geringer als sonst ausgefallen sei.Die Beschäftigung sei in allen Bundesländern und in fast allen Branchen gewachsen, sagte Weise. Vollzeitstellen entstanden vor allem im verarbeitenden Gewerbe, in den wirtschaftlichen Dienstleistungen und in der Zeitarbeit. In den Bereichen Gesundheit, Soziales und Handel wurden dagegen überwiegend Teilzeitstellen geschaffen. Händeringend gesucht würden Fachkräfte in der Metall- und Logistikindustrie, im Maschinenbau und im Gesundheitswesen, sagte Weise.Die sogenannte Unterbeschäftigung, zu der unter anderem Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen zählen, betrug im Oktober 3,88 Millionen, nach 3,93 Millionen im Vormonat.Insgesamt bezogen im Oktober 709.000 Menschen Arbeitslosengeld I und knapp 4,5 Millionen Menschen Arbeitslosengeld II, auch Hartz IV genannt. Davon waren laut BA 1,96 Millionen arbeitslos gemeldet. Der Rest der Hartz-IV-Empfänger gilt nicht als arbeitslos, weil diese Personen entweder Kinder betreuen, Pflegebedürftige versorgen, erwerbstätig sind oder eine Ausbildung machen.Saisonbereinigt nahm die Arbeitslosigkeit erstmals seit Februar 2010 wieder zu, und zwar um 10.000. Eine Trendwende zum Schlechteren als Folge der Eurokrise sieht der BA-Chef aber darin noch nicht. Von einem Kippen des Arbeitsmarkts könne erst gesprochen werden, wenn die Arbeitslosigkeit drei Monate in Folge steige und gleichzeitig die Beschäftigung und die Zahl der offenen Stellen sinke.”Unsere Vorschau über die Agenturen lässt das für die nächsten zwei, drei Monate nicht erkennen”, sagte Weise. Die meisten der befragten Agenturen berichteten, dass die Unternehmen weiter Personal einstellten und keine größeren Entlassungen planten.Auch für das kommende Jahr ist die Bundesagentur optimistisch. Zwar werde die wirtschaftliche Dynamik nachlassen, die Arbeitslosigkeit sollte aber weiter sinken. Eine Verschlechterung am Arbeitsmarkt sei nur zu erwarten, wenn sich die Euro-Schuldenkrise deutlich zuspitze.Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) forderte präventive Maßnahmen, um den Arbeitsmarkt auf die konjunkturelle Eintrübung vorzubereiten. Hierzu müssten die bewährten Instrumente der letzten Krise wie die erweiterten Regeln für das Kurzarbeitergeld und ausgebaute Qualifizierungsmaßnahmen verlängert oder wieder aufgelegt werden, sagte DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki.Der SPD-Bundestagsfraktionsvize Hubertus Heil sprach sich erneut für einen gesetzlichen Mindestlohn aus. “Jetzt sind konkrete Maßnahmen gefragt, die sicherstellen, dass Menschen, die Vollzeit arbeiten, auch von ihrer Arbeit leben können”, betonte er.Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hatte dem Arbeitsmarkt zuvor eine gute Entwicklung bescheinigt, jedoch erklärt, dass die Fortschritte kleiner würden und sich die ruhigere Wirtschaftsentwicklung bemerkbar mache.dapd