Fetisch Geld. Wirtschaft, Staat, Gesellschaft im monetaristischen Zeitalter (Broschiert)

by admin on 30. Juni 2010

„Geld regiert die Welt“, unbestritten! Allerdings schon lange nicht mehr in Form von Barem. Heutzutage bewegt sich Kapital vornehmlich in abstrakter Form auf Papier oder Computern. Insbesondere die enorm gestiegene Zahl der Wertpapiergeschäfte zeigt diese moderne Entwicklung, die unser Wirtschaftssystem grundlegend verändert hat. Eine Entwicklung, die noch lange nicht am Ende ist, sondern sich dynamisch weiterbewegt. Woher und wohin, das betrachtet der Wirtschaftswissenschaftler Christian Marazzi. Gewarnt seien aber gleich zu Anfang all die, die eine schnelle Lektüre zum Thema Aktien erwarten oder eben mal flott die Zukunft der Weltwirtschaft erfahren wollen. Die liegen hier falsch, denn Marazzi erarbeitet komplexe Thesen über unser heutiges monetäres System. Dass das kaum in einfachen Texten geht, kann man sich vorstellen. Zur Lektüre von Marazzis Band darf also ein gewisses Maß an ökonomischen Grundkenntnissen vorausgesetzt werden. Hat man die aber, so erstellt Marazzi interessante Ansätze. Ihm dienen „monetäre Fakten als Indikatoren“ für gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel. Der umfassende Wertpapierhandel stellt für Marazzi den entscheidenden Fortschritt unserer Tage dar, insbesondere geprägt durch die Instrumente der Derivate, sprich „Futures“ und „Options“, deren Erfindung in vielen Notenbanken „mit jener der Atomkraft verglichen wird“. Dazu gesellt sich ein „Pensionskassenkapitalismus“ als Auswirkung der steigenden Bedeutung privater Rentenfonds an Stelle der klassischen staatlichen Altersabsicherung. Diese grob Ende der siebziger Jahre begonnenen Neuorientierungen des Finanzsystems, die er auch historisch begründet, sind für Marazzi diejenigen Entwicklungslinien, die die Zukunft beeinflussen werden. Noch nicht abgeschlossene Veränderungen, die für jeden Finanzinteressierten beachtenswert sind. Aber denken Sie daran, ohne wirtschaftliches Basisverständnis wird dieser Band eine schwere Lektüre werden! –Joachim Hohwieler

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